LA: DM-Qualifikationssportfest Siebenkampf im Birkenfelder Stadion

Nach fast zwei Jahren fand am letzten Wochenende im Birkenfelder Stadion am Berg wieder eine Leichtathletik-Veranstaltung statt. Seit dem 15. September 2018 als die Rheinland-Meisterschaften über 10 000 Meter dort ausgetragen wurden, war die Anlage zuerst aufgrund von Sanierungsarbeiten an der Innenbegrenzung und danach wegen der Coronapandemie für Wettkämpfe gesperrt. Die LG Idar-Oberstein richtete nun ein Qualifikationssportfest Siebenkampf für die weibliche U16 im sanierten Stadion aus. Insgesamt zehn junge Mädchen der Jahrgänge 2005 und 2006 aus fünf Vereinen, davon vier auswärtige, versuchten in den Disziplinen 80 Meter Hürden, Hochsprung, Kugelstoß, 100 Meter, Weitsprung, Speerwurf und 800 Meter die Qualifikationsnormen für die Deutschen Meisterschaften am 29./30. August in Halle/Sachsen-Anhalt zu schaffen. Bei angenehmen Temperaturen und Dauersonnenschein, nur beim Speerwurf sorgte ein kurzer Regenschauer für eine kurze Unterbrechung, waren die äußeren Bedingungen nahezu ideal.


Obwohl es für manche der Athletinnen der erste Stadionwettkampf in diesem Jahr war, überraschten sie mit vielen hervorragenden Leistungen und auch persönlichen Rekorden. Ganz erfreulich war, dass genau die Hälfte der Teilnehmerinnen die Norm für die DM erfüllte. Doch müssen einige noch um die Startberechtigung zittern, denn es werden coronabedingt nur die 30 mit der höchsten Punktzahl zugelassen.
In der W15 übertraf die DM-Achte der W14 von 2019, Marie Böckmann (VfL Waldbreitbach) die Norm ihrer Altersklasse um 13 Zähler und wurde mit der Tageshöchstzahl von 3588 Punkten auch Gesamtsiegerin. Nele Auler (3064 Pkt./LLG Hunsrück) kam auf Rang zwei. Zoe-May Fink (LG Idar-Oberstein), die ihren ersten Siebenkampf absolvierte, sammelte mit persönlichen Bestleistungen im Hürdenlauf (15,93 Sek.), 100 Meter (14,03 Sek.) und im Hochsprung (1,48 m) 2992 Punkte und wurde Dritte.
Emely Schechtel (ebenfalls LG I-O) siegte überlegen in der W14 und konnte ihre erst zwei Wochen alte Bestmarke von 3465 auf 3506 Punkte steigern. Damit hat sie bereits zweimal die Norm (3000 Pkt.) übertroffen. Persönliche Höchstleistungen im Hürdenlauf (12,77 Sek.), Kugelstoß (10,74 m), Hochsprung (1,52 m) und 800 Meter (2:46,36 Min.) legten die Grundlagen dazu. Die 14-Jährige freut sich sehr, dass sie zum ersten Mal an einer Deutschen Meisterschaft teilnehmen darf, was für sie schon ein riesiger Erfolg ist.
Die Mindestleistungen für die DM schafften auch die drei nächstplatzierten Wettkämpferinnen Charlotte Comtesse (3236 Pkt.), Chiara Rein (3189 Pkt./beide TV Bliesen) und Mia Louisa Schmitz (3161 Pkt./LG Bernkastel/Wittlich). Doch wie gesagt, sie müssen noch um die Teilnahme bangen. Antonia Weber (LG I-O), die die Hürden in persönlicher Bestzeit von 14,15 Sekunden überquerte, kam sonst meist an ihre Höchstleistungen heran und kam mit 2796 Zählern auf den sechsten Platz. Ihre Vereinskollegin Johanna Molz musste leider schon am ersten Wettkampftag verletzungsbedingt aufgeben. Als Mannschaft fuhren die drei LG-Mädels dennoch 9294 Punkte ein und blieben nur 50 Punkte hinter dem Team vom TV Bliesen.
Mit der Ausrichtung dieses Wettkampfes, der erst durch die hervorragende Zusammenarbeit der Veranstaltungsleitung mit der VG Birkenfeld und dem Ordnungsamt der Kreisverwaltung ermöglicht wurde, hat der Cheforganisator Stefan Weber mit seiner Helfermannschaft gezeigt, dass man auch im Kreis Birkenfeld, zumindest mit kleiner Teilnehmerzahl und ohne Zuschauer, wieder Wettkämpfe austragen kann. Das Hygienekonzept muss allerdings, wie jetzt in Birkenfeld geschehen, den örtlichen Bedingungen angepasst werden.
Stefan Weber, der als Organisator, Betreuer und Kampfrichter tätig war, wurde von allen Beteiligten (Athletinnen, Betreuer und Kampfrichter) dafür gelobt, dass der Wettkampf reibungslos über die Bühne ging. Ein Betreuer hatte dafür nur das Wort „super“ parat. Auch die Kreisvorsitzende Margarethe Naumann, die dem Wettkampf die Genehmigung erteilte und höchstpersönlich an zwei Tagen die amtliche Aufsicht führte, war sichtlich zufrieden mit der Wiederbelebung der Leichtathletik im einzigen Stadion mit einer Kunststoffrundbahn im Kreisgebiet.

Im Bild v.l.n.r.: Emely Schechtel, Antonia Weber, Zoe-May Fink

 

Text: Heinz Hofmann

Bilder: Stefan Weber

 

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